Arbeit in Zeiten der Digitalisierung: Erwartet uns eine „Industrielle Revolution 4.0“?

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Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Dabei verändert sie neben unserer Gesellschaft auch unserer Arbeitswelt. Dass dies das zentrale Thema der Sozialdemokratie sei, betont Kreisvorsitzender Nik Sakellariou zu Beginn der Veranstaltung „Arbeit in Zeiten der Digitalisierung“ in Michelbach/Bilz. Wie können Menschen in Arbeit kommen und unter welchen Bedingungen können sie arbeiten, das hat die Partei seit ihrer Gründung beschäftigt, so Sakellariou. Die geladenen Podiumsgäste beleuchteten das Thema aus ihrem jeweiligen Blickwinkel.

 

Für David Warneck muss die Digitalisierung in unserem Schulsystem von der Kita bis zur Hochschule mitgedacht werden. Als Leiter des Arbeitskreises „Digitalisierung im Bildungswesen“ der Gewerkschaft GEW, hat er zwei Seiten im Blick. Zum einen die Beschäftigten in den Kindergärten und Schulen. Sie müssen viel stärker als bisher während ihrer Ausbildung und durch Weiterbildung befähigt werden, Medienbildung und -kompetenz zu unterrichten. Denn auf der anderen Seite sind es die Kinder, die sich zu mündigen Bürgern in der digitalen Welt entwickeln müssen. Und dies sei ganz klar auch eine Aufgabe der Schulen. Er sieht aber weiterhin große Defizite bei der EDV-Ausstattung und Internetanbindung bei vielen Schulen, die damit diesem Auftrag bisher nicht ausreichend nachkommen könnten.

 

Der Soziologe Dr. Michael Bretschneider-Hagemes von der Kommission für Arbeit und Normung, bezeichnet sie selbst als Kritiker der „4.0-Begrifflichkeiten“. Natürlich sieht er das Thema als hoch aktuell an. Für ihn handelt es sich dabei aber weniger um eine industrielle Revolution, sondern um eine gesellschaftliche Veränderung, deren Auswirkungen viel zu wenig thematisiert und diskutiert werden. Oft werde nur davon gesprochen, dass sich die Arbeitswelt von manuellen Tätigkeiten hin zur Wissensarbeit verändere. Dass sich damit aber gleichzeitig viele Tätigkeiten stark vereinfachen, werde oft unterschlagen. Mitarbeitern in den Warenzentren der großen Internethändler, wird heute schon von Computerprogrammen jeder nächste Tätigkeitsschritt vorgegeben und eine Datenbrille schreibt ihnen vor, welchen Weg durch das Lager sie zu nehmen haben. Dies sei der andere Pol dieser Entwicklung. Stupide, von Software bestimmte und überwachte Arbeitsplätze. Welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die Gesellschaft und unsere Sozialsysteme hat, vor allem wenn es noch verstärkt zum Verlust traditioneller Arbeitsplätze kommt, dies wird aus Sicht von Bretschneider-Hagemes das zentrale Thema sein. Darauf müssten noch Antworten gefunden werden.

 

Die Sicht eines Arbeitsgebers auf das Thema Digitalisierung kam von Aaron Kübler von AKUB Consulting. Auch wenn in vielen Industriebereichen die Entwicklung im Bereich Digitalisierung noch nicht so weit fortgeschritten sei, wie man oft meine, so sei es doch unbedingt notwendig sich rechtzeitig darauf vorzubereiten. Dazu seien beide Seiten, Arbeitgeber und -nehmer, gefordert. Die Digitalisierung erfordere Weiter- und Fortbildung, da die meisten Arbeitsplätze einer stetigen Veränderung unterworfen sein werden. Er sieht es dafür als wichtig an, dass bei Beschäftigten die Bereitschaft da sein muss, sich zu verändern. Dann könnten sie auch zukünftig gesicherte Arbeitsplätz finden. Allerdings betont er auch die Verantwortung der Arbeitgeber. Die kommen aus seiner Sicht der Aufgabe, für eine Weiterentwicklung ihrer Beschäftigten zu sorgen, oft nicht ausreichend nach. Deshalb sei es schon heute für viele Unternehmen ein Problem, am Arbeitsmarkt genügend ausgebildete Mitarbeiter zu finden.

 

Bei der anschließenden Diskussion, moderiert vom stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden Christian Gaus, wurden nochmals die ganz unterschiedlichen Aspekte der Digitalisierung thematisiert. Was muss an den Schulen passieren, um den Bildungsauftrag in diesem Umfeld wahrnehmen zu können? Wie können Gewerkschaften und Betriebsräte den Wandel in der Arbeitswelt mitsteuern und beeinflussen? Wie weit müssen unsere Sozialsysteme an die Veränderungen der Arbeitswelt angepasst werden? An diesem Abend wurde deutlich, dass sich unsere Gesellschaft, die Parteien und Entscheidungsträger verstärkt mit der Digitalisierung unseres Lebens auseinandersetzen müssen.

 

Artikel: Hartmut Lang und Christian Gaus; Foto: Markus Wanck

 

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27.11.2018 Wie können wir digitale Arbeit gerecht gestalten?
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SPD-Gemeinderatsfraktion

Entgegen den Stimmen der SPD-Fraktion wurde am 20.12.2016 im Gemeinderat ein Redaktionsstatut für das Veröffentlichungsrecht der Fraktionen im UnterUns beschlossen, dass nicht im Informationsinteresse der Schrozberger ist.

Das am 15.10.2015 im Landtag verabschiedete Änderungsgesetz sieht u.a. vor, die Arbeit der Gemeinderäte für die Bürgerinnen und Bürger transparenter zu machen.

Dies ist mit 2.000 Zeichen (incl. Leerzeichen) festgeschriebener Maximaltextlänge für die Fraktionen im Schrozberger Gemeinderat nicht möglich.

Insbesondere wenn es wie hier bei der Stellungnahme zum Haushaltsplan um die grundsätzliche kommunalpolitische Ausrichtung der Stadt geht.

Ein halbes Jahr vor jeder Wahl können gar keine Erklärungen der Fraktionen im Amtsblatt veröffentlicht werden, weil man hier der vom Gesetzgeber angegebenen Maximalfrist gefolgt ist und auch keinerlei Unterscheidungen bei der Sperrfrist vornimmt, in Abhängigkeit der Art der Wahlen.

Deshalb hat sich die SPD-Fraktion entschlossen, regelmäßig und ungekürzt über Themen zu berichten, bei denen es keine Einigkeit im Gemeinderat gibt.

 

Nik Sakellariou

 

Annette Sawade

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Evelyne Gebhardt MdEP

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