Landwirte fordern Klarheit

Veröffentlicht am 18.07.2012 in Europa

Evelyne Gebardt MdEP und Ulrike Rodust MdEP

Die EU-Vorschläge zur Agrarpolitik verunsichern die Bauern. Greening heißt das Stichwort. Es soll die Landwirtschaft umweltverträglicher machen. Doch die Hohenloher Landwirte befürchten sind skeptisch.

SIGRID BAUER

Der Kultursaal im Schrozberger Schloss war mit rund 70 Zuhörern, in der Mehrzahl Landwirte aus der Umgebung, gut gefüllt. Eingeladen haben zu der Veranstaltung die Schrozberger SPD und die Grünen der Landkreise Hall und Main-Tauber. Auf dem Podium saßen neben der EU-Abgeordneten Evelyne Gebhardt als Moderatorin fünf Agrarexperten:

Die Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten für Landwirtschaft Ulrike Rodust und der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner. außerdem Romuald Schaber vom Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter, Klaus Mugele vom Bauernverband und Rainer Kubach von Bioland.
Rodust ist davon überzeugt, dass die Landwirtschaft weiterhin stark über die EU gefördert werden muss, damit die Bauern gesunde Nahrungsmittel umweltverträglich erzeugen können. „Das gibt es nicht zum Nulltarif“, stellt sie fest. Die 42 Prozent des EU-Haushalts, die bisher dafür aufgewendet werden, seien weiter notwendig. Aber noch ist nicht klar, wie ab 2014 das Geld verteilt wird. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos will, dass für Direktzahlungen zukünftig 30 Prozent der Fläche eines Landwirts unter den Begriff „Greening“ fallen müssen. Dem stimmt Rodust zu. Das Problem sei aber, dass bisher keiner weiß, welche Maßnahmen darunter fallen. Eine weitere Voraussetzung für EU-Gelder sollen 7 Prozent „ökologische Vorrangflächen“ sein. Damit sind Hecken, Randstreifen und andere für die Bewirtschaftung unrentable Flächen gemeint. Die Bauern befürchten aber, wie bei der Veranstaltung deutlich wird, dass sie zusätzlich bewirtschaftete Flächen aufgeben müssen, um auf die sieben Prozent zu kommen.

Klaus Mugele ist mit ihnen einig, dass die Bauern auf ihren Äckern arbeiten wollen und diese Erzeugnisse auch brauchen. Er appelliert an die EU-Politiker endlich zu klären, was sich aufs Greening anrechnen lässt. Er würde dazu den Anbau von Energiepflanzen wie Mais zählen. Für Harald Ebner ist der Maisanbau zur Energieerzeugung zwar ein wichtiges Standbein der modernen Landwirtschaft, doch zum Greening zähle er nicht. Denn Greening müsse auch die Biodiversität unterstützen. Laut Rodust will das EU-Parlament bis Ende 2012 Klarheit schaffen. Sie setze sich dort für eine flächendeckende, multifunktionale Landwirtschaft und für die konventionellen Bauern ein. Dafür bekommt sie eine Menge Applaus.

Der Vertreter der Milchviehhalter Schaber hält es für unvereinbar, einerseits an der Liberalisierung der Märkte festzuhalten und gleichzeitig die Agrarpolitik grüner zu machen, wie es Ciolos fordert. Das sei zuviel von den Milchbauern verlangt, die immer weniger Geld für ihre Milch erhalten und zudem auf Futterflächen verzichten sollen. Er befürworte eine Mengenregulierung der Milch, dann könne man auch über Greening reden, allerdings angepasst an die regionale Situation der Bauern.

Für Bio-Bauern wie Rainer Kubach sind die Greening-Vorschläge keine Herausforderung, aber gegen eine Flächenstilllegung ist auch er. Auf den ökologische Vorrangflächen sollte der Anbau von Eiweißfutterpflanzen erlaubt sein, meint er und ist sich darin mit den konventionellen Bauern einig. Auch Angela Müller, Expertin für Ernährung bei der evangelischen Kirche, sähe den Anbau von Eiweißpflanzen gern als Greeningmaßnahme. Sie weist darauf hin, dass Deutschland 80 Prozent des als Futtermittel benötigten Sojas aus Südamerika importiert, was dort zu unvorstellbarer Landgier führt und die Kleinbauern vertreibt. Die EU-Agrarpolitik müsse auch die globalen Folgen ihrer Entscheidungen im Blick haben.

 

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